Preis Gegen Vergessen - Für Demokratie 2021 geht an Friedemann Schulz von Thun und Bernhard Pörksen

Die Preisträger: Friedemann Schulz von Thun (links, Foto: Saskia Giebel) und Bernhard Pörksen (rechts, Foto: Peter-Andreas Hassiegen).
 

Auszeichnung für Verdienste um eine demokratische Diskussionskultur

16.11.2021. Der Preis „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ geht in diesem Jahr an den Hamburger Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz von Thun und an den Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Beide werden für ihre vielbeachteten Publikationen geehrt, die Orientierung dabei bieten können, wie in Zeiten zunehmend unerbittlich erscheinender politischer Debatten ein konstruktiver gesellschaftlicher Dialog ermöglicht werden kann. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury war nicht zuletzt der 2020 erschienene Gesprächsband: „Die Kunst des Miteinander-Redens: Über den Dialog in Gesellschaft und Politik“.

Andreas Voßkuhle, Vorsitzender von Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. und Präsident des Bundesverfassungsgerichtes a.D.: „Bernhard Pörksen und Friedemann Schulz von Thun setzen in unruhigen Zeiten Maßstäbe für eine demokratische Streitkultur, in der gegenseitige Empathie und Wertschätzung ebenso wichtig sind wie eine deutliche Positionierung in der Sache. Die Wissenschaftler liefern höchst relevante Antworten auf die Frage, wie ein souveräner Umgang mit Rechtspopulismus aussehen kann.“

Prof. Dr. Dr. h.c. Friedemann Schulz von Thun (*1944) ist Kommunikationspsychologe und Gründer des Schulz von Thun-Instituts für Kommunikation in Hamburg. Er hatte eine Professur für Pädagogische Psychologie in Hamburg (1976–2009) inne und konzipierte Kommunikationstrainings für Lehrer und Führungskräfte, später für Angehörige aller Berufsgruppen. International bekannt wurde Friedemann Schulz von Thun für sein Modell des Kommunikationsquadrates.

Prof. Dr. Bernhard Pörksen (*1969) ist Medienwissenschaftler und arbeitet als Professor an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Er hat sich vor allem aus systemischer Sichtweise mit den Inszenierungsstilen in Politik und Medien und dem Wandel der Kommunikation in der vernetzten Gesellschaft befasst. In seinem vielbeachteten Buch „Die große Gereiztheit“ (2018) analysiert er die Erregungsmuster des digitalen Zeitalters und entwirft eine konkrete Utopie der Medienmündigkeit.

Die feierliche Preisverleihung, die eigentlich am 20. November 2021 im Rathaus Münster stattfinden sollte, muss aufgrund der Pandemie-Situation leider zunächst verschoben werden.