Veranstaltungen

Vortrag: "Jüdische Rechtsanwälte ohne Recht im NS-Regime"

Dienstag, 28. April 2020, 19.00 Uhr

Das Offene Haus, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt

Dies ist eine Veranstaltung von Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., Regionale Arbeitsgruppe Südhessen, in Kooperation mit: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Darmstadt, Erwachsenenbildung des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt, Anwaltverein Darmstadt und Südhessen

"Wehe dem, der alleine ist!" - Mein Großvater Ernst Seidenberger, Münchener Rechtsanwalt in der NS-Zeit.

Der Rechtsanwalt Ernst Seidenberger hat eine Odyssee durch das München der Nazi-Zeit erlebt. Sein Enkel Peter Neumaier hat ihm eine Biografie gewidmet. Ernst Seidenberger, der einer alteingesessenen Familie entstammte, verspürte schon früh den Wunsch, sich von seiner jüdischen Herkunft abzugrenzen und sich in die „deutsche Gemeinschaft“ zu integrieren. So konvertierte er zum katholischen Glauben und meldete sich 1914 als Kriegsfreiwilliger.- Die NS-Zeit bedeutete für ihn eine einzige Demütigung. Seine Kanzlei musste schließen, seine „Mischehe“ wurde geschieden. Ihm blieb nur die Betreuung der jüdischen Mandanten als Konsulent. Schließlich wurde er in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Vereinsamt überlebt er die Nazidiktatur und besaß nach 1945 die Kraft, sich für Recht und Gerechtigkeit zu engagieren.