Broschüre: „Kommunistische Diktaturerfahrungen – Das unsichtbare Gepäck. Ein Aspekt der Migrationsgeschichte und seine Wirkung bis heute.“

In Deutschland leben rund 7,5 Millionen Menschen, die familiäre Wurzeln in Ost- und Südosteuropa haben. Diese Länder wurden lange vom Kommunismus geprägt. Erfahrungen, die im alltäglichen Leben in kommunistischen Diktaturen gemacht wurden, spielen auch im heutigen Leben in Deutschland eine Rolle. Als unsichtbares Gepäck wurden sie bei der Migration mitgenommen und innerfamiliär weitergegeben.

Die neue Publikation richtet sich an Praktiker im sozialen Bereich sowie an Multiplikatoren und Multiplikatorinnen in der (historisch-politischen) schulischen und außerschulischen Bildung. Sie geht der Frage nach, wie sich diese kommunistischen Diktaturerfahrungen auswirken und inwieweit sie das Denken und Handeln vieler Menschen bis heute prägen.

Die Broschüre ist ab Anfang Oktober 2017 kostenfrei über die Geschäftsstelle in Berlin bestellbar und kann Initiates file downloadhier online heruntergeladen werden.

 

 

 

 

Kommunistische Diktaturerfahrung und Migrationsgeschichte. Handlungsempfehlungen für historisch-politische Bildung und Wissenschaft

Geschichte für eine Gesellschaft im Wandel

In der öffentlichen Diskussion werden Fragen der Migration und Integration oft auf die Herkunftsregionen Türkei und arabische Staaten reduziert. Die Migrationsbewegungen nach Deutschland sind aber vielfältiger. Insbesondere lohnt es sich, einen Blick in Richtung Osten und Südosten zu werfen. Denn nahezu jeder vierte in Deutschland lebende Migrant hat seine Herkunftswurzeln in ehemaligen kommunistischen Staaten Ost- und Südosteuropas. Schon vor 1989 lebten auf dem Gebiet der Bundesrepublik Menschen aus kommunistischen Staaten, die als Aussiedler, politische Flüchtlinge oder als sogenannte Gastarbeiter eingewandert waren. Nach 1989 nahm die Zahl der Zugewanderten aus ehemals kommunistischen Staaten erheblich zu, besonders durch die Aufnahme von Spätaussiedlern, jüdischen Kontingentflüchtlingen, Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien sowie osteuropäischen Arbeitsmigranten. Rund 6,7 Prozent der heutigen Bevölkerung in Deutschland stammen aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion und des ehemaligen Jugoslawien, aus Polen sowie aus Rumänien.

Gefördert mit Mitteln der Bundestiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erarbeitete Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. eine Handlungsempfehlung für Wissenschaft und historisch-politische Bildung zum Thema „Kommunistische Diktaturerfahrung und Migrationsgeschichte“.

In der Studie wird der Frage nachgegangen, welches „unsichtbare Gepäck“ Menschen nach Deutschland mitgebracht haben, die oder deren Familien zuvor in kommunistischen Staaten lebten. Wie können kommunistische Diktaturerfahrungen aufgegriffen und fruchtbar gemacht werden. In 29 Thesen werden Empfehlungen für die Forschung und für die schulische und außerschulische historisch-politische Bildungsarbeit gegeben sowie Hinweise für Entscheidungsträger in Kommunen und verschiedenen Bereichen der gesellschaftlichen Öffentlichkeit.

Die 40seitige Broschüre ist kostenlos über die Berliner Geschäftsstelle von Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. zu beziehen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an info(at)gegen-vergessen.de oder per Telefon an 030/263978-0.

  Opens external link in new windowFlyer Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft



 

 

 

 

 

 

 

 

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